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	<title>Das Kosmographie Projekt</title>
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	<description>Im Hafen fahre ich zur See – Sebastian Münster und die Welt</description>
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		<title>Münsters Cosmographia Projekt</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jun 2013 08:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Daniela.Ke]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Kosmographie Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Münsters Hauptgeschäft an der Universität Basel war die Hebraistik, wo er neben der Lehre bedeutende sprachwissenschaftliche Werke publizierte, sowie zeitweise auch die Theologie. Doch wie viele humanistische Gelehrte interessierte er sich gleichzeitig für die Naturwissenschaften und die Geographie. Dies ist in Münsters Denken kein Widerspruch, da für ihn das Studium der Natur dem Wunsch entspringt, Gottes Schöpfung im Detail zu kennen und zu würdigen. In fast zwanzigjähriger Arbeit trug er das Material für die monumentale Weltbeschreibung zusammen, die sein berühmtestes Werk werden sollte. Das Buch stellt die Welt und die Kultur ihrer Bewohner in Vergangenheit und Gegenwart dar, reich bebildert durch kunstvolle Holzschnitte mit neuen Landkarten, Stadtansichten und Portraits sowie Darstellungen von Flora und Fauna, von Menschen bei der Arbeit und bei Kriegshandlungen, und erklärt alles verständlich und unterhaltsam in der Volkssprache. In der Vorrede an den Leser beschreibt Münster seinen Service für das Publikum: ‚Zu unseren Zeiten ist es nit gar von nöten, das du weit hin und här auff der erden umbhär schweiffest, zu besichtigen und erfaren gelegenheit der länder, stett, wässer, bergen und thäler, item sitten, gebreuch, gesätzt und regiment der menschen, eygenschafft und natur der thier, bäum und kreuter. Du magst dise Ding jetzunt in Büchern [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Münsters Hauptgeschäft an der Universität Basel war die Hebraistik, wo er neben der Lehre bedeutende sprachwissenschaftliche Werke publizierte, sowie zeitweise auch die Theologie. Doch wie viele humanistische Gelehrte interessierte er sich gleichzeitig für die Naturwissenschaften und die Geographie. Dies ist in Münsters Denken kein Widerspruch, da für ihn das Studium der Natur dem Wunsch entspringt, Gottes Schöpfung im Detail zu kennen und zu würdigen. In fast zwanzigjähriger Arbeit trug er das Material für die monumentale Weltbeschreibung zusammen, die sein berühmtestes Werk werden sollte.</p>
<p>Das Buch stellt die Welt und die Kultur ihrer Bewohner in Vergangenheit und Gegenwart dar, reich bebildert durch kunstvolle Holzschnitte mit neuen Landkarten, Stadtansichten und Portraits sowie Darstellungen von Flora und Fauna, von Menschen bei der Arbeit und bei Kriegshandlungen, und erklärt alles verständlich und unterhaltsam in der Volkssprache. In der Vorrede an den Leser beschreibt Münster seinen Service für das Publikum: ‚Zu unseren Zeiten ist es nit gar von nöten, das du weit hin und här auff der erden umbhär schweiffest, zu besichtigen und erfaren gelegenheit der länder, stett, wässer, bergen und thäler, item sitten, gebreuch, gesätzt und regiment der menschen, eygenschafft und natur der thier, bäum und kreuter. Du magst dise Ding jetzunt in Büchern finden, und dar auß mer lernen und erkennen von disem oder jhenem Land, dan etwan ein ander, der gleich darin ist gewesen jar und tag.’</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass Münsters primäres Ordnungsprinzip der geographische Raum ist, mit einem Akzent auf der kartografischen Darstellung, womit er an Ptolemäus anknüpft. Gleichzeitig verbindet er diesen Zugang jedoch mit der beschreibenden Tradition der Antike, weshalb er als der ‚deutsche Strabo’ bezeichnet wurde. Nach einigen Übersichtskarten lässt Münster im ersten Buch einer Erläuterung der ptolemäischen Vermessungsmethoden eine Darstellung der Schöpfung folgen. Das zweite Buch widmet sich dann West- und Südwesteuropa, das deutlich längste dritte Buch der ‚Deutschen Nation’, und das vierte Nord-, Ost- und Südosteuropa.</p>
<p>Der Rest der Welt wird in den frühen Ausgaben ab 1544 sehr kurz abgehandelt, im fünften Buch zu Asien und den ‚Neuen Inseln’, im sechsten zu Afrika. Mit zunehmender Entfernung wird die Darstellung der fernen Weltgegenden immer fantasievoller. Hier bediente sich Münster unter anderem bei dem fiktionalen mittelalterlichen Reisebericht des ‚Jehan de Mandeville’. 1550 erschien eine wissenschaftliche Ausgabe auf Latein. Die <em>Cosmographia</em> verbindet Geographie, Chorographie, Chronik und Reisebericht und fasst damit nicht nur das verfügbare Weltwissen zusammen, sondern erschafft auch eine – klar eurozentrische – Vorstellung der Welt, die lange fortwirkte und damit Teil der Realität geworden ist.</p>
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		<title>Die verschiedenen Ausgaben der Cosmographia</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 11:51:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dluethi]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Kosmographie Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein interessanter Link, der die verschiedenen Ausgaben und Überarbeitungen der Cosmographia versammelt und miteinander vergleicht: http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=94 Ich finde insbesondere die Einblicke unter Punkt 5 wichtig: Da die Cosmographia einerseits ein grosses Publikum ansprechen sollte, wurde sie visuell immer komplexer und ansprechender gestaltet; da dies aber andererseits mit enormem finanziellen Aufwand verbunden war (vgl. Anfänge des Buchdrucks), wurden &#8211; siehe Bern, Brandenburg, Lützelstein, Memmingen &#8211; gewisse Bilder oft mehrfach verwendet. Die Kosten erreichten dennoch derartige Ausmasse, dass sich Münster beinahe verschuldete und die Stadt Basel sowie deren Fürsten um (finanzielle) Unterstützung bat. Die abgedeckten Ausgaben erstrecken sich bis 1575 &#8211; für spätere Ausgaben habe ich (noch) keine Digitalisierungen gefunden.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein interessanter Link, der die verschiedenen Ausgaben und Überarbeitungen der Cosmographia versammelt und miteinander vergleicht:</p>
<p><a title="http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=94" href="http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=94" target="_blank">http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=94</a></p>
<p>Ich finde insbesondere die Einblicke unter Punkt 5 wichtig: Da die Cosmographia einerseits ein grosses Publikum ansprechen sollte, wurde sie visuell immer komplexer und ansprechender gestaltet; da dies aber andererseits mit enormem finanziellen Aufwand verbunden war (vgl. Anfänge des Buchdrucks), wurden &#8211; siehe Bern, Brandenburg, Lützelstein, Memmingen &#8211; gewisse Bilder oft mehrfach verwendet. Die Kosten erreichten dennoch derartige Ausmasse, dass sich Münster beinahe verschuldete und die Stadt Basel sowie deren Fürsten um (finanzielle) Unterstützung bat.</p>
<p>Die abgedeckten Ausgaben erstrecken sich bis 1575 &#8211; für spätere Ausgaben habe ich (noch) keine Digitalisierungen gefunden.</p>
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		<title>Die Welt als Text</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 12:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jonas Staehelin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Biographie Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Das Kosmographie Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturelle Topographien]]></category>

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		<description><![CDATA[„Das sechst buch der weldt beschreibung durch Sebastian Münster aus den erfarnen Cosmographen und historien Schreibern zusammen gelesen und ein ordnung gestelt.“ (dcclxxiii/773) Münsters Beschreibungen des afrikanischen Kontinents sind von höchst heterogener Natur. Ein buntes Gemisch an Informationen – teils aus erster und teils aus zweiter Hand – aller Art wird dem Leser präsentiert. Es scheint als hätte Münster versucht, nahezu alles zu dieser Zeit vorhandene Wissen über diesen geographischen Fleck der Erde zusammenzutragen. Nebst Informationen über die topologischen Gegebenheiten, werden auch die diversen Völker beschrieben, welche sich in diesem Gebiet ansiedeln. Es wäre also in erster Linie falsch zu behaupten, Münster&#8217;s Kosmographie sei ein rein geographisches Werk. Vielmehr als um eine bloss kartographische Auslegung der Welt, handelt es sich hier auch um eine lexikographische Auseinandersetzung mit dem Wissen der damaligen Zeit. Die Welt mit ihren diversen Lokalitäten funktioniert somit zugleich auch als ordnendes Element, welches eine thematische Abgrenzung der verschiedenen Wissensinhalte ermöglicht. In dem der Kosmos als vorgegebene Struktur verwendet wird, erlaubt er zugleich auch die Lokalisation und somit auch die Organisation von Wissen. Durch eine solche Kosmographie wird der Leserin eine Gesamtschau der Welt, so wie sie sich als Text präsentiert ermöglicht. Dieses Unterfangen wurde dadurch legitimiert, dass [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das sechst buch der weldt beschreibung durch Sebastian Münster aus den erfarnen Cosmographen und historien Schreibern zusammen gelesen und ein ordnung gestelt.“ (dcclxxiii/773) </em></p>
<p>Münsters Beschreibungen des afrikanischen Kontinents sind von höchst heterogener Natur. Ein buntes Gemisch an Informationen – teils aus erster und teils aus zweiter Hand – aller Art wird dem Leser präsentiert. Es scheint als hätte Münster versucht, nahezu alles zu dieser Zeit vorhandene Wissen über diesen geographischen Fleck der Erde zusammenzutragen. Nebst Informationen über die topologischen Gegebenheiten, werden auch die diversen Völker beschrieben, welche sich in diesem Gebiet ansiedeln.</p>
<p>Es wäre also in erster Linie falsch zu behaupten, Münster&#8217;s Kosmographie sei ein rein geographisches Werk. Vielmehr als um eine bloss kartographische Auslegung der Welt, handelt es sich hier auch um eine lexikographische Auseinandersetzung mit dem Wissen der damaligen Zeit. Die Welt mit ihren diversen Lokalitäten funktioniert somit zugleich auch als ordnendes Element, welches eine thematische Abgrenzung der verschiedenen Wissensinhalte ermöglicht. In dem der Kosmos als vorgegebene Struktur verwendet wird, erlaubt er zugleich auch die Lokalisation und somit auch die Organisation von Wissen.</p>
<p>Durch eine solche Kosmographie wird der Leserin eine Gesamtschau der Welt, so wie sie sich als Text präsentiert ermöglicht. Dieses Unterfangen wurde dadurch legitimiert, dass die Welt jeglicher Kontingenz entledigt war, sie präsentierte sich dem Naturforscher als zu lesender und dementsprechend auch nach dem Prinzip der Exegese zu interpretierender Text.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Cosmographia von Sebastian Münster</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Dec 2012 16:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Monika]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Biographie Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Das Kosmographie Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bezeichnung Cosmographia stammt aus gr. kosmographía (Weltbeschreibung), von kósmos (Welt) und gráphein (beschreiben). Solche Werke bemühen sich um die Zusammenfassung des gesamten Wisensstandes von Geographie, Geschichte, Astronomie und andere Naturwissenschaften sowie Landes- und Volkskunde. Die vom bekannten Hebraisten Sebastian Münster geschaffene Kosmografie ist die erste wissenschaftliche Beschreibung der Welt in deutscher Sprache und ausserdem eines der grössten Ereignisse in der Geschichte des Verlagswesens. Neben der Bibel war sie das am meisten gelesene Buch ihrer Zeit, sie bescherte dem Henric Petri-Verlag (heute Schwabe) ultimativen, langanhaltenden Erfolg. Insgesamt gab es über 45 Auflagen in Deutsch, Italienisch, Französisch, Latein, Englisch und Tschechisch. Henric Petri/Schwabe gilt als der älteste Verlag der Welt und wurde durch die Zusammenarbeit mit Sebastian Münster einer der führenden Drucker von Karten- und Stadtansichten. Die erste gedruckte Stadtkarte überhaupt ist hier entstanden. Über 120 Mitarbeitende waren an der Erstellung dieser Kosmografie beteiligt: Historiker, Geografen, Kartografen, Seereisende etc. liefern Berichte, Karten etc. Zeichner, Holzschneider und Stecher erstellen Vorlagen und Druckplatten für die zahlreichen Karten und Abbildungen. Aber auch literarische Quellen werden ausgewertet, so dass für heutige Begriffe fiktive Welten Eingang finden: In einigen Holzschnitten werden z. B. Fabelwesen dargestellt. Münster selbst sammelt, gibt in Auftrag, wählt aus und verbessert, zeichnet [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/zoom/193030#"><img class="size-medium wp-image-245 alignleft" alt="muenster titel" src="http://paperlandscapes.unibas.ch/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-13-um-10.34.49-228x300.png" width="228" height="300" /></a>Die Bezeichnung <em>Cosmographia</em> stammt aus gr. kosmographía (Weltbeschreibung), von kósmos (Welt) und gráphein (beschreiben). Solche Werke bemühen sich um die Zusammenfassung des gesamten Wisensstandes von Geographie, Geschichte, Astronomie und andere Naturwissenschaften sowie Landes- und Volkskunde. Die vom bekannten Hebraisten Sebastian Münster geschaffene Kosmografie ist die erste wissenschaftliche Beschreibung der Welt in deutscher Sprache und ausserdem eines der grössten Ereignisse in der Geschichte des Verlagswesens. Neben der Bibel war sie das am meisten gelesene Buch ihrer Zeit, sie bescherte dem Henric Petri-Verlag (heute Schwabe) ultimativen, langanhaltenden Erfolg. Insgesamt gab es über 45 Auflagen in Deutsch, Italienisch, Französisch, Latein, Englisch und Tschechisch. Henric Petri/Schwabe gilt als der älteste Verlag der Welt und wurde durch die Zusammenarbeit mit Sebastian Münster einer der führenden Drucker von Karten- und Stadtansichten. Die erste gedruckte Stadtkarte überhaupt ist hier entstanden.</p>
<p>Über 120 Mitarbeitende waren an der Erstellung dieser Kosmografie beteiligt: Historiker, Geografen, Kartografen, Seereisende etc. liefern Berichte, Karten etc. Zeichner, Holzschneider und Stecher erstellen Vorlagen und Druckplatten für die zahlreichen Karten und Abbildungen. Aber auch literarische Quellen werden ausgewertet, so dass für heutige Begriffe fiktive Welten Eingang finden: In einigen Holzschnitten werden z. B. Fabelwesen dargestellt. Münster selbst sammelt, gibt in Auftrag, wählt aus und verbessert, zeichnet Karten nach fremden Angaben, unternimmt aber auch selbst zahlreiche Reisen. Das so entstandene umfangreiche Bild- und Kartenmaterial wird in vielen anderen Druckwerken wiederverwedet (so z. B. in der Basler Chronik von Christian Wurstissen 1580).</p>
<p><strong>Erstausgabe</strong></p>
<p>Schon 1524 hat Münster mit Vorbereitungen der Kosmografie begonnen In Verbindung mit einer 1540 gedruckten Geographica), kann seinen Traum aber erst verwirklichen, als er 1529 eine feste Hochschultätigkeit in Basel aufnimmt und daraufhin 1530 die Verlegerwitwe Anna Petri heiratet.</p>
<p>Die Erstausgabe der Cosmographia (1544) hatte 660 Seiten und ca. 600 Textbilder. Der Name ist Programm; der vollständige Titel lautet: „Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Munsterum, in welcher begriffen Aller Völcker, Herrschafften, Stetten und namhafftiger flecken, herkommen: Sitten, gebreüch, ordnung, glauben, secten und hantierung, durch die gantze welt, und fürnemlich Teutscher nation. Was auch besunders in iedem landt gefunden, unnd darin beschehen sey. Alles mit figuren und schönen landt taflen erklert, und für augen gestelt“. Sie ist in sechs Bücher unterteilt: 1. Grundzüge Erdkunde allg.; 2. Süd- u. Westeuropa; 3. Deutschland; 4. Nord- u. Osteuropa; 5. Asien u. Inseln; 6. Afrika.</p>
<p>Da bereits 1541 Münsters Illustrator Conrad Schnitt an der Pest gestorben ist, sind die llustrationen uneinheitlich. Ausserdem entsprechen Illustrationen und Städtebilder weitgehend nicht der Realität. So wird oft derselbe Holzschnitt für mehrere verschiedene Städte verwendet (nach dem Prinzip &#8220;Stadt mit Fluss&#8221; bzw. &#8220;Stadt ohne Fluss&#8221;).</p>
<p><strong>Highlights im Leben der Cosmographia</strong></p>
<p>1545: …“Weiter ist diese Cosmographei durch gemelten Sebast. Munst. Allenthalben fast seer gemeret und gebessert, auch mit eim zugelegten Register vil breülicher gemacht“. Neu ca. 700 Textbilder. Die Städtedarstellungen (z. B. Basels) sind etwas realistischer.</p>
<p>1550 erfolgt für die dritte Auflage eine grosse Umarbeitung und Erweiterung des Textes. Neue Illustrationen, Karten und Pläne werden verwendet, denn es gibt gleichzeitig zur 5. deutschen die erste wissenschaftliche lateinische Ausgabe (Cosmographiae universalis). Bis dahin sind speziell die Städtebilder oft sehr willkürlich gemischt zwischen Fantasiegebilde und (was viel seltener vorkommt) Abbildung der Wirklichkeit. Dies versucht S.M. mit dieser Ausgabe zu verbessern, er sammelt schon seit der Erstausgabe Material. Die Auflage von 1550 hat neu ca. 955 Textholzschnitte und ein Portrait Münsters auf der Titelrückseite. Die deutsche Fassung ist König Gustaff von Schweden gewidmet, die lateinische Kaiser Karl V.</p>
<p>Ab 1550 wechselt auch der Haupttitel der deuschen Ausgabe von Latein zu Deutsch; sie heisst fortan Cosmographei/y. Ausserdem wird seither immer eine Mitteilung mitgedruckt: „An den Buochbinder. Die stett oder andere grossen figuren so uberzwerch von einer columnen zuo der anderen sich erstrecken / sollen eingebunden werden wie andere ladttaflen / darumb sie auch alwegen das mittel des quatern oder trittern inhaben / oder ston allein wie die zal und signatur auswyssen“ . Ausserdem gibt es in der lat. Ausgabe ein Quellenverzeichnis. 1552 stirbt Sebastian Münster überraschend plötzlich an der Pest. Die Kosmografie wird aber weitergeführt.</p>
<p>Ab 1567 wird eine Ergänzungsliste mitgedruckt, auf der bei jeder Neubearbeitung zu sehen ist, was neu dazugekommen ist: „anzeig was mehrung in dieser neüwen edition hie zu gekommen“.</p>
<p>Von der Auflage 1572/73 sind noch 2 erhaltene Ausgaben erhalten: eine in Venedig, eine in Basel. Hier kann man Streichungen von kirchen-unkompatiblen Stellen sehen. Das Venediger Exemplar wurde seinerzeit trotz Streichungen von der Inquisition konfisziert. Die Basler Ausgabe gehörte einem entweder übereifrigen oder sehr ängstlichen Besitzer: trotz bereits nach Vorschrift erfolgter Zensur und Purgierung durch das Druckhaus hat dieser noch zusätzlich selbst einige Stellen unkenntlich gemacht, z. B. alle Stellen über S.M. und dessen Portrait.</p>
<p>1614 ist die deutsche Cosmographey um 100 Seiten gewachsen und nunmehr in acht Bücher unterteilt. Die Überarbetiung stammt von Johann Jakob Grasser, da Münster seit 1552 tot ist.</p>
<p><strong>Letzte Ausgabe</strong></p>
<p>Die Informationen der Kosmografie sind in der letzten Ausgabe von 1628 auf 1&#8217;752 Seiten und 1‘465 Textholzschnitte angewachsen, die nunmehr in neun Bücher unterteilt werden &#8211; das neunte Buch ist nun Amerika gewidmet. Sie trägt den gleichen Titel wie die Erstausgabe, jedoch mit dem Zusatz „…Sonderlich aber [mit] Einer vollkommnen Beschreibung der unbekandten Laender Asiae, Africae, Americae, so viel darvon durch allerhandt Reysen und Schiffarten, bisz auff dieses 1628. Jahr kundt gemacht worden…“. Ausserdem hat diese Kosmografie einen Vortitel, der erwähnt, dass die Auflage neu editiert ist und „in Richtigere Ordnung gebracht“.</p>
<p>&nbsp;</p>
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